Ein Mensch bricht plötzlich zusammen – was nun? Für die Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufe der Edith-Stein-Realschule Alzenau wurde aus dieser zunächst theoretischen Frage ein ganz praktisches Training: Im Rahmen einer Reanimationsveranstaltung lernten die Jugendlichen, wie sie im Ernstfall schnell und richtig handeln können.
Denn ein Herz-Kreislauf-Stillstand kann überall passieren – zu Hause, in der Öffentlichkeit, beim Sport oder in der Schule. Häufig sind Menschen in unmittelbarer Nähe, bevor der Rettungsdienst eintrifft. Genau deshalb ist Laienreanimation ein Thema, das uns alle betrifft.
Den theoretischen Teil übernahm Martin Otremba, Anästhesist sowie Intensiv- und Notfallmediziner. Er vermittelte den Schülerinnen und Schülern grundlegendes Wissen über den Herz-Kreislauf-Stillstand und erklärte anschaulich, welche Schritte im Notfall anzuwenden sind.
Dabei wurde vor allem eines deutlich: Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Minute, denn, bis der Rettungsdienst eintrifft, können entscheidende Minuten vergehen. Eine sofort beginnende Herzdruckmassage durch anwesende Ersthelfer kann die Überlebenschancen deutlich erhöhen. Entscheidend sind die drei grundlegenden Schritte: Prüfen – Rufen – Drücken.
Anschließend hieß es: Nicht nur zuhören, sondern selbst Hand anlegen. Unter Anleitung erfahrener Schulsanitäterinnen und Schulsanitäter der Schule übten die Jugendlichen die Reanimation an Übungspuppen und konnten dabei Sicherheit für den Ernstfall gewinnen.
Dass solche Schulungen wichtig sind, zeigt auch der Blick über die Landesgrenzen: In Deutschland lag die Laienreanimationsquote 2025 bei 53,4 Prozent. In Ländern wie Dänemark, Schweden und den Niederlanden werden dagegen Quoten von bis zu etwa 80 Prozent erreicht.
Die Botschaft, die die Schülerinnen und Schüler aus der Veranstaltung mitnehmen konnten, ist daher einfach und zugleich lebenswichtig: Prüfen. Rufen. Drücken. Nicht wegschauen – handeln. Denn zwei Hände können Leben retten – und jeder kann diese zwei Hände sein.
Melanie Otremba


